Wenn es nach den Plänen des Landwirts Eickhoff geht, soll die ländliche Umgebung von Sprötze im Landkreis Harburg demnächst eine vermeintliche industrielle Aufwertung erfahren: durch eine Hühnermastanlage, in der 36,800 Tiere ein kurzes und elendes Dasein fristen würden. Während alle Formen der Tierhaltung Ausbeutung und Verdinglichung von Lebewesen beinhalten, stellt die Mast eine besonders extreme Form dar. Auch ihre Auswirkungen auf die Umwelt sind enorm. Aufgrund dieser verschiedenen Aspekte ist die Mastanlage unbedingt abzulehnen und zu verhindern – und zwar nicht durch wie üblich still abnickende Behörden, sondern durch das Engagement von Anwohnern/innen wie Ihnen.

Mastbetriebe verletzen die Würde der Tiere

Die erwähnte Verdinglichung der in Massentierhaltung eingesperrten Lebewesen hat in einem Stall wie dem in Sprötze geplanten deutlich sichtbare Folgen. Die Hähne sind zwar auf schnelles Wachstum hin gezüchtet. Dennoch geben ihre Beine im Laufe der Versechzigfachung ihres Gewichtes binnen der zwei Monate Lebensspanne immer häufiger nach; die Tiere hocken passiv auf dem Boden. Krankheiten entwickeln sich trotz der meist stattfindenden Beimischung von Antibiotika ins Futter. Eine Sterberate von um die 5% gilt in derlei Anlagen als normal und noch profitabel. Dass die engen Käfige, die von den schockierenden Bildern aus der Eierproduktion bekannt sind, in der Mast keine Verwendung finden, hat dabei keine Linderung der Leiden zu bedeuten: Die Hähne sind zu 20 bis 30 Tieren pro Quadratmeter zusammengepfercht.

Diese Punkte kommen zu den allgemein gegen die Nutzung von Tieren sprechenden ethischen Erwägungen hinzu. Nach diesen ist es höchst fragwürdig, fühlende und leidensfähige Lebewesen als bloße Fleischlieferanten/innen zu züchten, sie während ihres Lebens kompletter menschlicher Dominanz zu unterwerfen und diese beschnittene Existenz dann schnellstmöglich zu beenden. Mit der Mastanlage in Sprötze würde also ein hervorstechendes Beispiel eines Industrieapparates, der nach lebensverachtenden Effiziensprinzipien funktioniert, entstehen. Das gilt es zu verhindern.

Mastbetriebe sind menschenverachtend

Ein Mastbetrieb wie der in Sprötze geplante hat Folgen, die weit über die auf die direkt betroffenen Hühner hinausgehen. Während das auch für andere Formen der Tierhaltung gilt, sind die Konsequenzen in der Massentierhaltug ungleich gravierender. Einerseits ist da die Belastung der Umgebung eines Maststalls mit Nitraten und Amoniak aus den Ausscheidungen der Hühner. Ob diese sicher nicht ins Grundwasser gelangen und die Qualität des guten Nordheidewassers beeinträchtigen würden, ist ungewiss. Für Geruchsbelästigung sorgen würden sie in jedem Fall.
Weitere Konsequenzen hängen mit der katastrophalen Energiebilanz des Produktes Fleisch zusammen. Denn bevor die Tiere geschlachtet und verarbeitet werden können, müssen sie gefüttert werden. Getreide, insbesondere Soja, wird für diesen Zweck in Gebieten angebaut, auf denen eigentlich auch Nahrungsmittel für Menschen wachsen könnten. Oft sind ehemalige Regenwaldflächen etwa in Südamerika betroffen.
Damit die Fleischindustrie in aller Welt ihre tierischen Opfer mit oft genmanipuliertem Billigfutter versorgen kann, werden also Wälder brandgerodet und menschliche wie nichtmenschliche Bewohner/innen vertrieben. Die Produkte werden dann quer über den Globus bis etwa nach Norddeutschland transportiert. All diese Schritte bedeuten einen enormen Beitrag zum Klimawandel – nach unabhängigen Berechnungen bereits mehr als der des weltweiten Verkehrs. Auch eine weitere wachsende Bedrohung wird durch Hühnermast verschlimmert: Während in vielen Regionen das Wasser knapp wird, verschwendet diese Industrie Schätzungen zufolge 3,900 Liter des kostbaren Nass für die aufwändige Herstellung eines einzigen Kilogramms Fleisch.

Auf mehrere Arten und Weisen also verursacht oder verschlimmert die Massentierhaltung Probleme wie Hunger und Wassermangel, belastet die Natur in ihrer direkten und weitesten Umgebung. Dies und insbesonders die absolute Verachtung, die sie ihren Opfern entgegenbringt, lässt nur einen Schluss zu: Es muss ihre Abschaffung angestrebt werden! Eine Verhinderung der Hühnermastanlage in Sprötze wäre ein kleiner, aber wichtiger Schritt in diese Richtung.